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Der Fall Thomas N.

Herausgegeben von tinjo in WORTE ZUM TAG · 13/3/2018 16:12:27

Den Prozess gegen "Thomas N.", den Vierfach-Mörder von Rupperswil, bringe ich hier zum Thema, weil er nicht nur wegen diesen schrecklichen Mordtaten  angeklagt ist, sondern vor deren Ausführung sein jüngstes Opfer sexuell "misshandelt" hat.

Der Prozess dauert vom 13. - 16.März


Schon am Morgen des ersten Prozesstages war klar, dass Thomas N. nicht lebenslänglich verwahrt werden kann, weil beide anwesenden Psychiater, die ihn begutachtet haben, der Überzeugung sind, dass eine Therapie Erfolg haben könnte.

Das Urteil sei hier vorweggenommen:
"Das Bezirksgericht Lenzburg hat Thomas N. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem wird Thomas N. ordentlich verwahrt. Die Bedingungen dafür seien gegeben, sagte Gerichtspräsident Daniel Aeschbach. So verspreche eine stationäre Massnahme keinen Erfolg, es lägen schwere psychische Störungen vor, die mit der Tat in Zusammenhang stünden, die Rückfallgefahr sei hoch und N. habe eine Katalogstraftat bestanden. N. sei skrupellos vorgegangen und habe seine Opfer geradezu geschächtet. «Thomas N. ging primitiv, kaltblütig, empathiefrei und krass egoistisch vor», sagte Aeschbach."
      

"«Ich weiss es schon lange. An Mädchen hatte ich kein Interesse. Am Anfang hatte ich Interesse an Gleichaltrigen. Dann wurde ich älter, aber meine Interessen blieben dort. Ich merkte: Scheisse, ich bin pädophil. (...) Ich habe am Morgen den Computer angelassen und die erste Internetseite war eine pornografische. Wenn ich längere Zeit nicht drauf gehen konnte, wegen Ferien oder so, dann habe ich das gemerkt. (...) Irgendwann wurde es eine Sammelwut. Man schaut sich nicht alle an. Man hat einfach eine Mediathek. Ich dachte, jetzt kommt dann die Polizei. Aber es kam niemand. (...) Irgendwann beginnt man sich vorzustellen, wie es wäre mit einem Kind. Ich hatte aber nie jemanden unsittlich berührt, auch nicht im Fussballclub."
"Planten Sie weitere Taten?
«Ja, irgendwann wäre es passiert. Die nächste Tat wohl im KantonSolothurn.»"

"Herr N., Sie haben das letzte Wort.

«Ich alleine bin für diese Taten verantwortlich, ich alleine habe die Entscheide getroffen, ich bedaure das zutiefst. Falls da ein falscher Eindruck entstanden ist, tut es mir leid. Wie kann man für Entschuldigung bitten für eine solche Tat? Aber Sie haben recht: Das Wort ‹Entschuldigung› hätte wohl vorkommen sollen, darum: Entschuldigung.»


Zu diesem Bericht habe ich der Redaktion folgende Bemerkung gesandt:

"Das wurde alles schon x-mal in den letzten Tagen geschrieben.
Das Zutreffendste, was die Verteidigerin von Thomas N. sagte:
"Doch ihr Klient sei «sehr glücklich», endlich eine Therapie zu erhalten. "
Das ist doch die alles entscheidende Frage. Wahrscheinlich wäre diese schreckliche Tat nicht geschehen, wenn der Täter mit seinen für ihn schwer zu ertragenden (sexuellen) Gefühlen nicht allein gelassen worden wäre. Solange die Gesellschaft "Pädophilie" nur als "Kinderschändung" betrachtet und alles ablehnt, was an Positivem zu dieser Veranlagung von unvoreingenommenen Experten (die fast immer einfach ignoriert werden) gesagt wird, darf man sich nicht wundern, wenn Menschen, die innerlich nicht gefestigt sind, ihr Leben nicht mehr in den  Griff  bekommen. Niemand nimmt komischerweise (erstaunt) zur Kenntnis, dass Thomas N. als Fussballtrainer geschätzt wurde und ihm von dort nichts Negatives vorgeworfen wird. Doch jeder Mensch kommt irgend wann zu Grenzen, wo er auf Hilfe angewiesen wäre.  Glücklicherweise verläuft Scheiterung sehr selten so katastrophal. Solange die Gesellschaft aber weiter "Pädophilie" mit "Kinderschändung" gleich setzt und den Betroffenen nur jene Rechte gewährt, welche ihnen (ohne sie selber einzubeziehen) von "Fachleuten" als richtig zugewiesen wird, (als Schlimmstes schon bei kleinsten Verfehlungen bei Strafverfolgung: lebenslang keinen Kontakt mehr mit Kindern, was Thomas N. passiert wäre, hätte jemand entdeckt, dass er "Kinderporno" konsumiert), wird es immer wieder Konflikte geben, die anders ausgingen, wenn Unvoreinenommenheit auch in der Problematik der "Pädophilie" zum Grundsatz würde, wie es doch sonst überall gilt, wo es um die Lösung von wichtigen Problemen geht. Dann müssten eben auch Meinungen und Erfahrungen ernst genommen werden, die nicht einfach nachplappern, was dem "Volk" gefällt. Es müssten den Betroffenen (also auch Kinder, die sich nicht als "Opfer" empfinden) die Möglichkeit gegeben werden, ohne juristisch eingeengte Vorschriften ernst genommen zu werden und sich nicht aus Angst vor Bestrafung zum Schweigen verpflichtet fühlen..."


Meine persönlichen Gedanken zu dieser schrecklichen Tat...  


Gerichtspräsident Daniel Aeschbach bezeichnet Thomas N. als "kernpädophil".
Ich denke, das ist zutreffend.
Da ich die Gerichtsakten (ja noch nicht) kenne, kann ich mich nur auf die Aussagen berufen, die ich über die Urteilsberichterstattung erfahren habe.

Doch ausschlaggebend ist für mich vor allem die Aussage von Thomas N., dass er unter seiner "Pädophilie" gelitten habe und sie "weghaben" wollte.

Was doch verwunderlich ist, dass ihm niemand einen Vorwurf machen konnte über sein Verhalten als Fussballtrainer, dass er  - im Gegenteil - dort als kompetent betrachtet und geschätzt wurde.
Man muss also annehmen, dass er seine "pädophilen" Gefühle bis zu diesem verhängnisvollen Tag im Griff hatte.

Das spielt jetzt alles keine Rolle mehr, denn niemand macht sich  darüber jetzt noch  Gedanken.

Hätte er aber nicht alles in sich "hineinfressen" müssen, wäre vielleicht diese schreckliche Tat nie geschehen...


Ich gehe also nicht davon aus, dass er so viele grausame Morde vorausgeplant hat, dass er sich aber doch vorsorglich darauf  vorbereitet hat falls es  zu solchen  Tat kommen könnte...

Ob der  "Missbrauch " dieses Buben Anlass war, an der Haustüre dieser Familie zu klingeln, oder ob er als erstes im Sinn hatte, diese zu berauben und dabei die Möglichkeit sah, endlich zu dem zu kommen, was schon lange in ihm schlummerte, nämlich ein intimer Kontakt zu einem Buben? Er hat ja diesen schon vorher beobachtet und deshalb hatte er diese Familie für seine Tat gewählt.

Ich sehe also in erster Linie eine grosse kriminelle Energie in diesem Thomas N., die nicht davon zurückschreckt, Morde begehen zu müssen, um zu seinem Willen - als erstes zu Geld -  zu kommen. Dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass er es scheinbar gar nicht nötig gehabt hätte, sich Geld zu verschaffen, weil er ja aus guten Verhältnissen stammt und er ein gutes (wohl überbesorgtes Verhältnis ) zu seiner Mutter hat.

Es war - nach meiner Ansicht - die kriminelle Energie, die ihn dazu führte, die zwei Taten : Geldbeschaffung und sexuelle Befriedigung zu kombinieren. Er wusste, dass der "Missbrauch" dieses Knaben strafbar ist und dass er diese Tat nur verheimlichen konnte, wenn es keine Zeugen gibt.

Er hatte ja nicht wissen können, wieviele Leute anwesend waren, als er an der Hautüre klingelte. Ich kann mir gut vorstellen, dass er einfach in einen Strudel hineingezgen wurde, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte, weil eben die kriminelle Energie in ihm stärker war als vernunftgesteuerte Überlegungen.

Dass er sich aber seiner kriminellen Energie bewusst sein musste, zeigt sich in den Vorbereitungen zu seiner Tat und gibt Anlass, ihn wirklich als gefährlich und als eventueller Wiederholungstäter einzustufen. Es ist nicht leicht zu ergründen, weshalb er zu Raubmord bereit war und so etwas vorbereitete.

Doch für mich stellt sich die Frage, wie das Ganze mit seiner "Kernpädophilie"  zusammen hängt. Ich denke, dass er schon lange darunter gelitten hat und sich nach der Erfüllung durch einen sexuellen Kontakt mit einem Buben sehnte. Es muss ihm - bzw. seiner kriminellen Energie - auf einmal "aufgegangen" sein, dass sich doch eine Beraubung und die "Vergewaltigung" eines Buben kombinieren liesse.

Er wollte sich ja seine "Pädophilie" nicht bemerkbar eingestehen und wollte keinesfalls, dass jemand davon erfährt. Deshalb war ihm auch nicht möglich, nach einem "Opfer" zu suchen und ohne den zusätzlichen Geldbeschaffungsdrang einen sexuellen Übergriff zu verüben. Oder anders gesagt, seine scheinbar tiefverwurzelte Krimnalität eröffnete ihm die Möglichkeit, sein pädosexuellen Gelüste auszuleben, ohne dass ihm dabei Schranken gesetzt wurden.

Fazit des Dramas:

Hätte er nicht so unter den unerfüllten pädosexuellen Gefühlen gelitten und mit jemandem darüber reden können, ohne "sein Gesicht" dabei zu verlieren und gesellschaftlich "erledigt" zu sein, hätte er vielleicht auch seine kriminelle Energie in den Griff bekommen...
Oder man müsste auch der Frage nachgehen, warum sich in ihm diese kriminelle Energie entfalten konnte.
Darum ist es sicher wichtig abzuklären, wie weit seine "Pädophilie" ihn bis zu dieser Tat belastet hat und wie er und seine Umgebung damit umgegangen ist und wie weit dies sein Leben belastet hat. Dann wird man auch mehr erfahren, wie sich eine solch zerstörerische Energie entwickeln konnte."


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